Was ist passiert?
Am 23.03.2021 wachte die Logistikbranche mit einer schockieren Nachricht auf. Laut den Informationen der GAC Hafenagentur setzte sich das MV Evergiven Containerschiff m 07:40 (Ortszeit: 06:40) wegen eines Stromausfalles fest. Die Route des Schiffes ist von China nach Rotterdam. Das 400 Meter lange und 59 Meter breite Containerschiff mit einer Kapazität von 20.388 Containern hat ein Gewicht von 220 Tausend Tonnen. Das Schiff, das sich kreuz festgesetzt hat blockiert im Moment alle Schiffe, die zwischen Asien und Europa verkehren.
Was werden die Folgen?
Das wird einige Folgen für viele Unternehmen und deren Lieferketten, insbesondere für dringend benötigte Produkte haben. Die britische Zeitung Lloyd’s List hat berechnet, dass täglich Waren im von 9,6 Milliarden US-Dollar durch den Kanal transportiert werden.
Eine lange Ausfallzeit ist eine schlechte Nachricht, ganz besonders für Auto- und Computerhersteller.
Die Industrie leidet bereits unter einem Chipmangel und dieses Versorgungsproblem wurde durch einen Brand bei einem japanischen Hersteller verschärft. Obwohl die Chips normalerweise per Lufttransport transportiert werden, ist es üblich, dass Teile in denen die Chips schon integriert sind mit Containerschiffen transportiert werden.
Für Containerschiffe wäre die Route um Afrika eine Route, die den Transport erheblich verteuert. Im Durchschnitt dauert diese Alternative, die teurer ist als die Kanalgebühr, die Reeder 298.000 USD (252.000 Euro) pro Schiff und Pass kostet, auch viel länger. Es ist schon nur nach 2 Tagen möglich, eine große Anhäufung von mehr als 200 Containerschiffen vor und hinter dem Kanal zu beobachten.
Obwohl es viele Aussagen über die Rettung des Schiffes und die Öffnung des Kanals gibt, bleibt ungewiss, wann genau der Kanal für den Verkehr geöffnet wird.
Die Lösung?
- Das Containerschiff frei schleppen.
- Das Absaugen von Sand.
- Das Erleichtern des Containerschiffes, indem man Treibstoff und Ladungen ablädt.
Die Lösungsansätze 1, 2 und 3 werden im Moment ausprobiert mit der Einschränkung, dass man bisher keinen Container entladen hat, sondern einzig nur den Treibstoff. Die zuständigen Ägypter haben für diesen Spezialfall, das holländische Bergungsunternehmen Boskalis beauftragt.
Falls die Lösungsansätze 1, 2 und 3 erfolgslos bleiben sollten, wird das Unternehmen anfangen Container zu entladen. Das ist eine sehr riskante Methode, denn eine unausgeglichene Entladung des Schiffes kann zum Ausbrechen durch die Mitte führen.
Wir hoffen, dass das Schiff in möglichst kurzer Zeit ohne jegliche Unfälle gerettet werden kann. Wir drücken dem Bergungsteam die Daumen!
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/suez-kanal-welthandel-aegypten-1.5247024

